Falls Sie/Du sich gerade erst erinnern konnten, gibt es hier ein paar erste Informationen: Ich kann mich plötzlich erinnern - wichtige Informationen
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An wen kann man sich also wenden?
Oft erinnert man sich erst viele Jahre später wieder an Dinge, die in der Kindheit geschehen sind. Dies gilt ganz besonders für sexuellen Missbrauch. Was soll man also tun, wenn man plötzlich von einem Moment zum Nächsten selbst zu einer betroffenen Person wird? An wen wendet man sich?
An Menschen, die das Gleiche erlebt haben oder an Menschen die sich ganz auf diesen Bereich spezialisiert haben.
Ganz nüchtern betrachtet:
Es ist gar nicht so ganz einfach, wie man das vielleicht glauben würde. Menschen sind ganz unterschiedlich und auch in Beratungsstellen und kirchlichen oder gemeinnützigen Vereinen sind es die Menschen, die dort beschäftigt sind, von denen es abhängt, wie man dort aufgenommen wird.
Auch in diesen Institutionenen, von denen man annehmen würde, dass sie aufgeklärter und einfühlsamer an Themen wie Misshandlung und Missbrauch herangehen, arbeiten Menschen, die mit Vorurteilen behaftet sein können. Es kommt immer wieder auch vor, dass dort Menschen arbeiten, die ihren Selbstwert daraus ziehen, einem "Opfer" überlegen zu sein. Dies beruht auf meinen eigenen Erfahrungen, deshalb schreibe ich es hier. Eine solche Hilfe kann kontraproduktiv sein, wenn der "Helfer" untergräbt, dass der Hilfesuchende aus der Opferrolle heraus kommt. (Ich selbst bin dann zu solchen Menschen nie wieder gegangen, da es sich für mich irgendwie ebenfalls wie Missbrauch anfühlt.)
Es ist also wichtig selbst genau nachzuspüren, ob der Umgang der zB. Beratungsstelle für die hilfesuchende Person in Ordnung ist.
Grundsätzlich sind Beratungsstellen, die sich explizit mit Deinem/Ihrem Thema auseinander setzen, besser geeignet, als allgemeine Beratungsstellen, da sie ganz genau die Zusammenhänge kennen und sich auch von Oberflächlichkeiten nicht iritieren lassen. Sie müssen sich nicht erst umständlich in das Thema hinein arbeiten und sind sich der Komplexität der Problematik bewusst! Das bedeutet, dass sie wissen, welche Mechanismen ausgelöst werden und wie sich dies auf das Leben und Erleben auswirkt.
Wenn man aber nun, weil es keine örtliche spezialisierte Beratungsstelle gibt, zu einer allgemeinen Beratungsstelle gehen möchte, dann halte ich es für am Sinnvollsten, nicht emotional geladen dorthin zu gehen. So kann man selbst ein wenig Abstand halten und beobachten, ob es für einen passt. Mir ist klar, dass das nicht immer möglich ist, aber ich denke, allein das Wissen darum, dass diese Leute auch nicht besser bescheid wissen müssen, kann genügen, um für solche Dinge aufmerksam zu sein.
In Krisenzeiten sind ohnehin andere Dinge relevant.
Unser Forum steht selbstverständlich ebenfalls zur Verfügung, geeignete Mittel und Wege zu finden und selbstbestimmt im Austausch mit Anderen eigene Strategien zu entwickeln.
